Franziska Fleischanderl – Salterio

Franziska Fleischanderl wurde in Linz (AT) geboren. Es war ein besonderer Moment für sie, als sie im Alter von vier Jahren zum ersten Mal ein Hackbrett spielen hörte und sich sofort in seinen klaren, sphärischen Klang verliebte. Inzwischen hat sie zwei Masterstudien in Linz und Basel bei Karl-Heinz Schickhaus, Hopkinson Smith und Rudi Lutz mit Auszeichnung abgeschlossen und verfolgt eine rege Konzert- und Vortragstätigkeit in ganz Europa, sowie darüber hinaus. Sie spielte mit Klangkörpern wie dem Barockorchester La Cetra, dem Barockensemble La Ritirata, dem Tonhalle Orchester Zürich, oder dem Tonkünstlerorchester Niederösterreich und gastierte bei Festivals wie den Wiener Festwochen, der Styriarte, oder den Donaueschinger Musiktagen. Franziska wirkte bei zahleichen CD- und Rundfunkproduktionen von ORF, BR, SWR, Deutsche Grammophon, Glossa und Christophorus mit.

Seit vielen Jahren sieht Franziska Fleischanderl sich selbst als «Erforscherin» dieses Instruments im Bereich der Alten und Neuen Musik. Von 2008 bis 2015 widmete sie sich ausschließlich der Ausdehnung des zeitgenössischen Repertoires für modernes Hackbrett, sowie der damit verbundenen Entwicklung moderner Spieltechniken und deren Notation. 30 Kompositionen in unterschiedlichsten Besetzungen wurden für sie geschrieben. Ein Höhepunkt war die Kollaboration mit György Kurtág, der sich für ihre Transkriptionen seiner Musik begeisterte und sie für sie autorisierte.

Angestoßen durch den sensationellen Kauf eines originalen Salterios von 1725, erbaut von Michele Barbi in Rom, gilt Franziskas Interesse seit 2015 vor allem der Erforschung und Aufführung historischer Salteriomusik des 18. Jahrhunderts, mit welcher sie ebenfalls neue Maßstäbe setzt. Im Rahmen ihres Doktorats an der Universität Leiden geht sie der Frage nach, ob man das italienische Salterio battuto (mit Schlägelchen) oder pizzicato (mit den Fingern) gespielt hat und wie sich diese unterschiedlichen Spieltechniken auf das originale Salteriorepertoire auswirken. Um ihre Forschungsergebnisse auf die Bühne zu bringen, gründete sie ihr eigenes Ensemble namens IL DOLCE CONFORTO. Dessen Debüt-CD „Sacred Salterio“ erschien 2017 beim Label Christophorus, wurde international rezensiert und mit dem Pasticcio-Preis vom österreichischen Kulturradiosender Ö1 ausgezeichnet.

Konzerte
Samstag, 12.05.2018, 11 Uhr, Spiegelsaal: Gesprächskonzert
Sonntag, 13.05.2018, 11:45 Uhr, Spiegelsaal: BR Tafel-Confect