Laurence Dreyfus

Laurence Dreyfus studierte zunächst Cello bei Leonard Rose an der Juilliard School in New York und schrieb sich nach seinem Konzertdiplom an der Columbia University für Theologie, Politologie und Musikwissenschaft ein. Während seiner Promotion beim Bachforscher Christoph Wolff begann er, auf eigene Faust Gambe zu lernen und erlag den Reizen dieses Instruments nach kürzester Zeit so sehr, dass er es bei Wieland Kuijken am Königlichen Konservatorium in Brüssel studierte und in zwei Jahren gleich zwei Diplomstudiengänge absolvierte.


Er lehrte als Professor an den Universitäten Yale, Stanford, Chicago, am King's College London und zuletzt an der Universität Oxford und dem dortigen Magdalen College. Seine Verdienste um die Bach- und Wagner-Forschung wurden unter anderem mit der Mitgliedschaft in der British Academy belohnt.
1994 wurde sein Gambenquartett Phantasm aus der Taufe gehoben – und von Anfang an dafür gerühmt, den Status Quo des Consort-Spiels durch seinen brillanten, dynamischen Klang in Frage zu stellen. Als Gambist und Cellist arbeitete Laurence Dreyfus für Konzerte und Aufnahmen international mit anderen führenden Persönlichkeiten in der Alten Musik zusammen und gab viele Jahre lang regelmäßig Sommerkurse in Portugal, den USA und Norwegen. 2015 zog er sich von seiner Lehrtätigkeit zurück, um mehr Zeit für Konzerte und unabhängige Forschung zu haben. 
Drei vielgelobte Bücher sowie ungezählte Fachartikel und einige Dutzend CD-Einspielungen, von denen viele mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden, machten ihn weit über Musikwissenschaftler- und Alte-Musik-Kreise hinaus bekannt.